„Es ist kein beliebiger Abend im Advent, Gott hat uns eingeladen.“ Mit diesem Hinweis eröffnete Apostel Thorsten Zisowski den Gottesdienst in der Gemeinde Moers-Mitte.
Für die versammelten Schwestern und Brüder war es ohnehin keine Selbstverständlichkeit, dass der Apostel die Gemeinde kurz vor Weihnachten noch besuchte, aber er hatte noch ein besonderes Geschenk im Gepäck. Er stellte den neuen Bischof Jens Eberle vor, der in die Nachfolge von Bischof Manfred Bruns tritt. „Ihn sollt ihr kennen und lieben lernen!“
Als Textwort wurde dem Gottesdienst ein Vers aus 1. Mose 24, Vers 58 zu Grunde gelegt, das der Stammapostel bei seinem letzten Besuch in Süddeutschland verwendet hatte: „Und sie riefen Rebekka und sprachen zu ihr: Willst du mit diesem Manne ziehen? Sie antwortete: Ja, ich will es.“
Genesungswünsche aus der Gemeinde
Bevor der Apostel seine Predigt begann, sprach er der Gemeinde Moers-Mitte ein herzliches Dankeschön aus. Krankheitsbedingt konnte er seinen ursprünglich geplanten Besuch im Oktober nicht wahrnehmen. Zwei Tage später habe er Post aus der Gemeinde erhalten, Genesungswünsche, von allen unterschrieben. Das habe ihn gedrängt, so schnell wie möglich zu kommen.
Suche nach der Frau für Abrahams Sohn
Mit großen Strichen skizzierte der Apostel die in der Bibel aufgeschriebene Geschichte: Abraham, ein schwerreicher Mann, suchte für seinen Sohn eine Frau aus dem Volk, schickte seinen Knecht Elieser aus mit der Aufgabe, diese zu finden. Dort angekommen hielt der Knecht Ausschau nach einer jungen Frau, die nicht nur ihm, sondern auch seinen Kamelen zu trinken geben sollte. Rebekka erfüllte diese Aufgaben und machte sich mit dem unbekannten Mann auf die 700 Kilometer weite Rückreise.
Heute sucht Gott seine Braut
Der Apostel zog hier die Parallele zwischen Abraham und Gott, der die Braut suche. Diesen Blick von Rebekka für die Bedürfnisse des Knechtes und der Tiere wünschte sich der Apostel für jede Gemeinde: „Lasst uns mehr tun, als nur nachgefragt, mehr Entlastung schaffen und den Blick auf den Anderen tun.“ Er wies eindringlich auf die Wichtigkeit hin, dem Apostolat nachzufolgen. Man solle sich auch einmal selbst verleugnen und in Frage stellen, mit welchen „Zeiträubern“ wir uns beschäftigen. Liebe spiele in dieser Zeit eine große Rolle, so der Apostel. Man bekomme nicht alles gelöscht, könne Dinge aber hinter sich lassen und man werde wieder fröhlich. Gott erwarte keine Perfektion von uns, aber auf die Frage, ob wir mit ihm dem Ziel entgegen ziehen wollen, gäbe es nur eine Antwort: „Ja, ich will!“
Predigtzugabe von Bischof Eberle
Bischof Jens Eberle rief dazu auf, mehr über die Schönheit des Glaubens miteinander zu reden und gemeinsam für die gute Sache zu kämpfen, die Sache Christi.
Nach der Feier des Heiligen Abendmahls und des Segens am Ende des Gottesdienstes wagte Thorsten Zisowski einen Blick ins neue Jahr, in dem ein neuer Stammapostel ordiniert wird. Trotz einer personellen Änderung bliebe es dabei: „Das Evangelium wird nicht umgeschrieben!“
11. Dezember 2025
Text:
Jutta Schwerdtfeger
Fotos:
Rainer Schwittay
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