Einen gemeinsamen Gottesdienst mit den Gemeinden Kalkar, Kleve und Weeze feierte Bischof Jens Eberle am Mittwochabend, 15. April, in der Gemeinde Kalkar.
Bei der Vorbereitung des Gottesdienstes, so Bischof Eberle, sei er einen Augenblick stehen geblieben am 42. Psalm. Dieser ist überschrieben mit „Sehnsucht nach Gott“. Diese Sehnsucht nach Gott verbindet uns auch heute Abend: Gott zu erleben, Gott zu fühlen, wahrzunehmen, dass Schwester und Bruder gemeinsam unterwegs sind. Das kraftvoll vorgetragene Lied „Betende Hände braucht unsere Zeit“ ist ein Gruß, eine Sehnsucht, das Wort zu hören.
Harre auf Gott
Der Bischof ging auf das Wort des Psalmisten ein und stellte Parallelen zu unserem Leben fest. Nachdem der Psalmist Tag und Nacht geweint hatte, fragte er: Wo ist nun mein Gott? Und sagte: Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er mir hilft (Ps 42,6.6). Bischof Eberle fragte: Bist du auch unruhig, weil dich die Dinge des Lebens bekümmern und belasten, weil die gesellschaftlichen Dinge Fragen aufwerfen, kann das alles so weitergehen? Vielleicht sind auch im engsten Familienkreis Sorgen aufgetreten und wir sind betrübt.
Der Psalmist bleibt nicht lange an den Dingen, die ihn beglücken und belasten stehen, sondern er macht was ganz Großartiges und sagt: Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist (Ps 42.6,12). Ach wir wollen unseren Blick heben zu Gott. Er ist unsere Hilfe, er ist derjenige, der alles kann. Wenn wir so aufschauen, kann sich Gott um uns kümmern, er sieht uns. Harre auf Gott!
Erstgeburtssegen
Dann ging Bischof Eberle kurz auf das Bibelwort 1. Mose 25,32 für diesen Gottesdienst ein, in welchem von Esau die Rede ist und er für ein Linsengericht den Erstgeburtssegen verwarf. Verbunden mit dem Erstgeburtssegen war die Verheißung, dass er den doppelten Anteil des Erbes erhalten sollte und seine Nachkommen sollten ein großes Volk und ein Segen für alle Menschen werden. Esau erkannte den Wert dieser Verheißungen nicht! Sie waren für ihn nicht mehr als ein Linsengericht.
Wir sind Erben der Verheißung
Dann beleuchtete Jens Eberle unsere Situation heute und stellte fest, dass wir auch Träger des Erstgeburtsrechts sind: Es war die Hinnahme der Heiligen Wassertaufe, der Heiligen Versiegelung, wir sind zu Kindern Gottes geworden. Hierdurch sind wir zu Erben der großen Verheißung geworden: Ich werde wiederkommen. Seinerzeit wie heute ist mit der Verheißung verbunden, ein Segen für das Volk zu sein. Auch das steht über unserem Leben: Wir wollen ein Segensgefäß sein, eine Quelle des Segens.
Quelle des Segens
Wir sollen auch in der Familie eine Quelle des Segens sein. Hier haben wir bei der Taufe unserer Kinder versprochen, den Hirten Jesu Christi in die Seelen der Kinder einzubauen. Wird auch in den Familien über Jesus Christi gesprochen? Fragte der Bischof. Gibt es noch das Tischgebet, das gemeinsame Abendgebet? Gibt es noch die Bereitschaft etwas für die Kirche zu tun? Hier wollen wir eine Quelle des Segens sein. Hier gibt es auch kein Ruhestandsalter, durch ein freundliches Wort, durch unsere Gebete können wir so viel bewirken.
Unsere Zeit braucht Menschen, die zu einer Quelle des Lebens werden, in der Gesellschaft, in der Gemeinde, in der Familie.
Hilfe in der Kraftquelle
Wenn wir mal müde sind, dann wollen wir die Kraft holen, die wir brauchen im Hause Gottes, wollen dahin gehen, wo die Kraftquellen sind und wachsam sein, damit wir unsere Berufung nicht aufs Spiel setzen. In der heutigen Zeit könnte so ein Linsengericht das Streben nach materiellem Besitz sein, nach Karriere und Erfolg, übersteigertem Drang nach Anerkennung oder Macht. Durch all das könnten wir unsere Beziehung zu Gott vernachlässigen und unsere Berufung nicht mehr wertschätzen.
Das Wertvollste: die Zukunft bei Gott
Bischof Eberle: Es gibt nichts Wertvolleres, nichts Größeres und nichts Schöneres, als die Zukunft bei Gott! Diesen großen Augenblick zu erleben, wenn Jesus Christus wiederkommt und wir als Brautgemeinde mit Jesus Christus ziehen dürfen. Lasst uns das nicht wegwerfen, lasst uns das nicht aufgeben. Es lohnt sich der Berufung und Erwählung zu leben. Der liebe Gott wird dich segnen, an der Stelle, wo du bist und du die Beziehung zu ihm hältst.
Co-Predigt durch Evangelist Oppermann
Evangelist Roland Oppermann stellte in der Co-Predigt fest, dass Gott uns persönlich berührt hat an diesem Abend. Bezogen auf Esau sagte der Evangelist, dass die Entscheidung grottenschlecht war. Schlimmer kann man eigentlich nicht entscheiden, als die ganze Zukunft, die einem auf dem Silbertablett präsentiert werden soll, wegen einer Kleinigkeit wegzuwerfen. Auch wir werfen manchmal etwas weg, aufgrund unserer menschlichen Sehensweise. Wir wollen, im Gegensatz zu Esau, an die Konsequenzen unseres Handels denken und unsere Berufung ernst nehmen.
Der Bischof beendete die Segensstunde mit Sündenvergebung, heiligem Abendmahl und Schlusssegen.
Nach dem Gottesdienst überreichte der Vorsteher der Gemeinde Kalkar dem Bischof ein Willkommensgeschenk.
16. April 2026
Text:
Helmut Küppers
Fotos:
Helmut Küppers
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