Am Freitag, den 26. September 2025 fand in Issum die Nacht der offenen Gotteshäuser statt.
Dazu hatten alle religiösen Gemeinschaften ihre Pforten geöffnet, gemeinsame Andachten gefeiert und miteinander tiefgreifende Gespräche geführt.
Die diesjährige Nacht der offenen Gotteshäuser stand unter dem Motto: „Shabbat Shalom – Wo beginnt Frieden?“. Dazu haben sich viele gläubige Menschen im jüdischen Bethaus getroffen, um dort die Bedeutung und die Gebräuche des Shabbats liebevoll dargestellt und erklärt zu bekommen.
Von dort aus haben sie sich gemeinsam auf den Weg zur Neuapostolischen Kirche gemacht. Unser Jahresmotto 2025, das wir von unserem obersten Geistlichen, dem Stammapostel Schneider, ans Herz gelegt bekommen haben, stammt aus Galater 6, 9 -10 „Es ist Zeit, Gutes zu tun.“ Doch was ist „gut“? Es ist gut, wenn wir etwas für den Frieden tun. Doch wo fängt dieser Frieden an?
Die Leitfrage: „Wo beginnt Frieden?“ wurde während dieser Andacht auf drei Weisen beantwortet.
Frieden beginnt …
- …bei dem Nächsten, hierzu hat Friedrich Schiller in seinem Werk „Wilhelm Tell“ erkannt: „Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem Bösen Nachbarn nicht gefällt.“ Umso wichtiger ist es, dass wir alle nach dem Bibelvers im Hebräerbrief 12, 14 handeln, indem es heißt: „Jagt dem Frieden nach mit jedermann“. Wir sollen Frieden „jagen“. Dafür sind Anstrengungen notwendig. Der Verlust des Paradieses ist bis heute spürbar und der Riss zwischen Gott und den Menschen auf Grund des Sündenfalls verursacht noch heute Streit in Familien, zwischen Nachbarn, Arbeitskollegen, Freunden und sogar ganzen Volksgruppen. Es wird Zeit, Gutes für den Nächsten zu tun: Schenke ihm oder ihr Frieden.
- …bei mir selbst. „Es ist Zeit, Gutes zu tun“ (Galater 6, 9-10) an mir selbst, indem ich mir Frieden gönne. Dazu stelle ich mir selbst die Frage, ob ich mit mir selbst zufrieden sein kann. Bin ich mit meinen Erfolgen, meinem Leben, meinem eigenen Körper und meiner Vergangenheit zufrieden oder sollte ich noch mit etwas Frieden schließen?
Dazu gab es ein visuelles Beispiel mit einem Seil, das durch Knoten verkürzt wurde. Die Knoten symbolisieren Unfrieden, der unsere Lebenschancen verkürzt in Frieden leben zu können. Nur gemeinsam mit guten Absichten, Gesprächen, Verzeihen und Beten können die Knoten gelöst und der Frieden wiederhergestellt werden.
- …mit Gott. Zu Beginn der Andacht wurde das Lied aus dem Gesangbuch 295 Strophe 1 gesungen „Wenn Friede mit Gott meine Seele durchdringt, ob Stürme auch drohen von fern, mein Herze im freudigen Glauben doch singt: Mir ist wohl in dem Herrn“. Der Autor dieses Liedes Horatio G. Spafford hat diesen Text gedichtet, nachdem er seine vier Kinder bei einem Schiffsunglück verloren und nur seine Frau durch ein Wunder überlebt hat. Er hat trotz dieses Schicksalsschlags Frieden mit Gott gefunden. Wir verstehen viele Wege Gottes nicht, zweifeln und hadern, aber vielleicht finden wir den Mut mit Gott Frieden zu schließen und zu sagen: „Mir ist wohl in dem Herrn.“ Denn wo fängt Frieden an? Der Frieden startet bei mir mit Gott. Er liebt und wartet auf uns. Wir brauchen nur die Hand ergreifen, er hat sie schon längst ausgestreckt.
Am Ende der Andacht gab es für alle ein blaues Armband mit der Aufschrift: „FRIEDEN BEGINNT BEI DIR – TRAG IHN WEITER“.
Nun konnten sich alle Teilnehmenden die Räumlichkeiten der Kirche ansehen, Fragen stellen, Informationsmaterial sowie Bilder aus dem Gemeindeleben ansehen und sich in der Küche mit Kaffee, Kaltgetränken und Süßigkeiten für die weiteren Stationen stärken.
Anschließend ging es über die katholische Kirche St. Nikolaus, die durch ihren eindrucksvollen Altarschmuck und ihrer musikalischen Darbietung von Udo Lindenberg „Komm wir ziehen in den Frieden“ fesselte, zur Evangelischen Kirche und endete in der Christlichen Gemeinde Issum. Die evangelische Kirche legte den Fokus auf Jesus, der unterdrückten Menschen wieder Wert und Anerkennung schenkte. So sollen auch wir für die Schwächeren eintreten und damit zum Frieden beitragen. Die Christliche Gemeinde stellte dar, wie schnell man Frieden verbreiten kann. So zitieren sie Mutter Teresa und unterstreichen, dass Frieden mit einem Lächeln beginnt. Frieden beginnt also im Kleinen.
Nach der letzten Andacht gab es in der Christlichen Gemeinde ein umfangreiches, von allen Veranstaltenden organisiertes gemeinsames Essen, das den Abschluss mit weiteren vielen wertvollen Gesprächen setzte.
6. Oktober 2025
Text:
Sarah Hülsemann
Fotos:
Sarah Hülsemann
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