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75 Jahre Gemeinde Weeze – ein Jubiläum voller Dankbarkeit, Hoffnung und Zuversicht

 

Am 18. Oktober 2026 feierte die Gemeinde Weeze ihr 75-jähriges Bestehen mit einem festlichen Jubiläumsgottesdienst. Zu diesem besonderen Anlass konnten Bischof Jens Eberle neben der Bezirksleitung und zahlreichen Gästen begrüßt werden, darunter Vertreter der christlichen Schwesterkirchen, der Gemeindeverwaltung und der örtlichen Politik.

Im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand ein Bibelwort aus Psalm 40,6:

„HERR, mein Gott, groß sind deine Wunder und deine Gedanken, die du an uns beweisest; dir ist nichts gleich!“

Mit diesem Wort stellte Bischof Eberle das Jubiläum unter das Zeichen der Dankbarkeit und des Staunens über Gottes Wirken. Er brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, diesen besonderen Tag gemeinsam mit der Gemeinde Weeze feiern zu dürfen.

Ein Blick in die Chronik verdeutlichte, wie bescheiden die Anfänge der Gemeinde waren. Die ersten Zusammenkünfte fanden zunächst in einem Wohnzimmer an der Adresse -In der Herrlichkeit 17- statt, später in einem Klassenzimmer. Schließlich konnte ein Grundstück erworben werden, auf dem im Laufe der Zeit das heutige Kirchengebäude entstand. Was einst im kleinen Kreis begonnen hatte, ist zu einer Gemeinschaft gewachsen, die sich heute an diesem Ort versammeln kann, um ihren Glauben miteinander zu leben und Gott zu loben und zu preisen.

Bischof Eberle hieß alle Anwesenden herzlich willkommen und betonte, wie schön es sei, den gemeinsamen Auftrag als Kirche zu erfüllen: Gott die Ehre zu geben und ihm Lobpreis entgegenzubringen. Dabei erinnerte er auch an die Gründergeneration, die mit ihrer Wärme, ihrer Kraft und ihrer Freude das Gemeindeleben geprägt und den Grundstein für die weitere Entwicklung gelegt hatte.

Hoffnung als Wegbegleiter für die Zukunft

Für den weiteren Weg der Gemeinde gab Bischof Eberle ein Bibelwort aus Römer 15,13 mit auf den Weg:

„Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, dass ihr immer reicher werdet an Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes.“

Diese Worte sollten der Gemeinde auch über das Jubiläum hinaus Orientierung und Zuversicht schenken. Hoffnung, so machte der Bischof deutlich, gründe sich nicht allein auf die eigenen Fähigkeiten oder Möglichkeiten. Ihre tragfähige Grundlage sei vielmehr das Vertrauen auf Gottes Begleitung und Hilfe.

Die Gewissheit, von Gott geliebt zu sein, sei ein kostbares Geschenk. Diese Hoffnung gelte es nicht für sich zu behalten, sondern sie in den Alltag hineinzutragen und den Mitmenschen durch Wort und Tat erfahrbar zu machen.

Der Gott der Hoffnung sei zugleich ein Gott der Liebe und der Zuwendung. Er wende sich den Menschen zu, begleite sie auf ihrem Lebensweg und begegne ihnen mit der Liebe eines Vaters, der seine Kinder kennt und ihnen nahe ist.

Gemeinschaft leben und Gutes tun

Aus der Chronik ging hervor, dass das Gemeindeleben in Weeze seit jeher von vielfältigen Aktivitäten und einem starken Miteinander geprägt ist. Gemeinsame Unternehmungen, gemeinsam gestaltete Freizeit sowie das Teilen von Freude und Leid gehören zum Leben der Gemeinde.

Diesen Weg dürfe die Gemeinde auch in Zukunft mit Engagement und Zuversicht fortsetzen. Als Auftrag für das weitere Wirken stellte Bischof Eberle ein Wort aus Galater 6,10 in den Mittelpunkt:

„Darum, solange wir noch Zeit haben, lasst uns Gutes tun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen.“

Dieser Auftrag reiche über die Grenzen der eigenen Gemeinde hinaus. Gutes zu tun bedeute, die Gemeinschaft mit anderen Kirchen zu pflegen, den Mitmenschen mit Offenheit zu begegnen und christliche Nächstenliebe im Alltag sichtbar werden zu lassen. Jeder Mensch habe Gaben und Fähigkeiten erhalten, die er zum Wohl anderer und zum Segen für seine Mitmenschen einsetzen könne.

Gottes Treue auch in schwierigen Zeiten erfahren

Der Bischof erinnerte daran, dass der Glaube nicht vor Sorgen, Belastungen, Krankheiten oder Enttäuschungen bewahre. Auch gläubige Menschen müssten schwierige Lebenssituationen durchstehen. Entscheidend sei jedoch die Erfahrung, dass Gott gerade in solchen Zeiten nahe bleibt und Hilfe schenkt.

Dazu lud er die Gemeinde ein, auf das eigene Leben zurückzublicken: Wie oft hat Gott bereits geholfen, neue Wege eröffnet und Menschen durch schwierige Situationen hindurchgetragen? Wie oft hat er ihnen neue Kraft gegeben und sie wieder auf den Felsen des Glaubens gestellt?

Aus solchen Erfahrungen könne die Gewissheit wachsen, dass Gott seine Menschen nicht allein lasse. Seine Zusage bleibe bestehen: Er ist da und begleitet uns.

Staunen über Gottes Wunder und seine Gedanken

Im weiteren Verlauf seiner Predigt lenkte Bischof Eberle den Blick auf die großen und kleinen Wunder des Lebens. Staunen wir noch über die Schönheit der Schöpfung? Können wir uns als Eltern über unsere Kinder und als Großeltern über unsere Enkel freuen und darin das Geschenk erkennen, das Gott uns anvertraut hat?

Diese Fragen machten deutlich, wie leicht die besonderen Zeichen der Güte Gottes im Alltag aus dem Blick geraten können. Dabei sei Gott in seiner Größe und Liebe mit menschlichen Worten niemals vollständig zu erfassen. Umso mehr dürfe die Dankbarkeit darüber wachsen, dass er es gut mit uns meint und seine Gedanken von Frieden und Liebe geprägt sind.

Gottes Heils- und Erlösungsplan eröffne zugleich eine Perspektive, die über das gegenwärtige Leben hinausreiche. Aus Jesaja 65,17 zitierte der Bischof die Verheißung:

„Ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, dass man der vorigen nicht mehr gedenken und sie nicht mehr zu Herzen nehmen wird.“

Diese Zukunftsperspektive schenkt Trost und Hoffnung. Sie richtet den Blick auf eine Zeit, in der Leid und Belastungen überwunden sein werden und die Menschen in vollkommener Freude und in ungetrübter Gemeinschaft beieinander wohnen dürfen.

Gott hat die Menschen auf einen festen Grund gestellt, der ihnen Halt und Sicherheit gibt. Auch wenn sie seine Größe und seine Gedanken nicht vollständig verstehen können, dürften sie darauf vertrauen, dass er sie liebevoll begleitet und es gut mit ihnen meint.

Festlicher Abschluss und herzliche Begegnungen

Im Anschluss an die Predigt von Bischof Jens Eberle hielten der Gemeindevorsteher, Evangelist Roland Oppermann und Bezirksvorsteher Tobias Branz, eine Co-Predigt. Danach folgten die Sündenvergebung, die Feier des Heiligen Abendmahls und der Schlusssegen.

Im Anschluss überbrachten Vertreter der christlichen Kirchen, der Gemeindeverwaltung und der örtlichen Politik ihre Glück- und Segenswünsche zum 75-jährigen Bestehen der Gemeinde. Die Grußworte unterstrichen die Verbundenheit mit der Gemeinde und verliehen dem Jubiläum einen besonderen festlichen Rahmen.

Bei Kaffee und Fingerfood klang die Feier in angenehmer Atmosphäre aus. Die Gelegenheit zum persönlichen Austausch wurde gerne genutzt und bot Raum für Begegnungen, Gespräche und gemeinschaftliche Freude.

Das 75-jährige Jubiläum war damit nicht nur ein Anlass, dankbar auf die Geschichte der Gemeinde Weeze zurückzublicken. Es war zugleich eine Ermutigung, den Weg in die Zukunft mit lebendigem Glauben, tätiger Nächstenliebe und unerschütterlicher Hoffnung weiterzugehen – im Vertrauen auf den Gott, dessen Wunder groß und dessen Gedanken voller Liebe sind.

18. Oktober 2026
Text: Helmut Küppers
Fotos: Helmut Küppers

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