Am Mittwochabend, 4. März trafen sich gläubige Christen der evangelischen, katholischen und neuapostolischen Kirche zu ökumenischen Andachten und einem Fußweg zu den jeweiligen Gotteshäusern.
Kalkarer Christen erlebten vor 75 Jahren den Frontübergang und die Kriegszerstörungen. Aus diesem Grund haben sich die drei Glaubensgemeinschaften zum Ziel gesetzt, die Erinnerung an die Kriegszerstörungen in der Fastenzeit zum Ausdruck zu bringen, sowohl durch gemeinsame Andachten, als auch durch einen gemeinsamen Pilgerweg im Gedenken und Schweigen.
Neuapostolische Kirche Kalkar
Erster Treffpunkt war die Neuapostolische Kirche in Kalkar. Hier gab es eine kurze Andacht mit dem Vorsteher, Priester Wilfried Kullmann. Gläubige Christen hatten sich eingefunden um der Andacht beizuwohnen. Vorsteher Kullmann zeichnete drei Bilder auf. Zunächst von der größten Katastrophe vor 75 Jahren, im zweiten Bild von Jesu Chrisi und seinem Wort „So fürchte dich nun nicht, denn ich bin bei dir (Jesaja 43,5) und im dritten Bild zeichnete Priester Kullmann den Umgang mit unserem Nächsten auf: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ (Gal. 5,14). Es wurden zwei bekannte Lieder während der Andacht gemeinsam gesungen. Mit Gebeten zu Beginn und am Schluss der Andacht wurde das Zusammensein beendet. Auf Nachfragen informierte der Vorsteher anschließend über die Neuapostolische Kirche, sowohl inhaltlich als auch organisatorisch.
Katholische Kirche St. Pankratius Kalkar
Die nächste Station war das Gotteshaus St. Pankratius in Altkalkar. Pastor Alois van Doornick stellte zunächst die Entstehung und Bedeutung des Kirchenbaus vor. Auch hier wurde auf das Gedenken an die Opfer der Kriegszerstörungen unter der Bevölkerung, den Zwangsarbeitern und Soldaten beider Seiten hingewiesen, ebenso auf das Beten in den Bombennächten. Zwei Lektoren trugen den Psalm 22 (Leiden und Herrlichkeit des Gerechten) vor. Neben Augenblicken der Stille wurde die Andacht mit dem Vaterunser beendet. Einen breiten Raum nahmen neugeistliche Lieder des (ECCO) Chores ein. Diese Musikgruppe trug während der Andacht sehr gefühlvoll und berührend vier Lieder, sowie ein Solo-Stück, vor.
Evangelische Kirche Kalkar
Der Abschluss bildete eine Andacht in der evangelischen Kirche in Kalkar. Diese wurde von der Pfarrerin Christel Hagen und vom Pfarrer Thomas Hagen zelebriert. Neben der Erinnerung an die Gräueltaten vor 75 Jahren wurde darauf hingewiesen, dass auch heute wieder ein gefährlicher Geist versucht, die Menschen negativ zu beeinflussen. Es wurde den Zuhörern entgegengebracht, dass Schweigen keine Tugend sein darf. Auch hier wurde die Andacht durch zwei junge Christen durch gefühlvolles Geigenspiel bereichert. Mit dem als Gebet aller Anwesenden vorgelesenem Psalm 143, Verse 1-10 wurde die Andacht beendet.
Resümee des ökumenischen Abends
Pfarrer Thorsten Hagen gab zum Schluss des Zusammenseins der drei Glaubensgemeinschaften seiner großen Freude Ausdruck, wie harmonisch und beglückend dieser Abend verlaufen sei in wunderbarer Gemeinschaft. Er freue sich schon auf die nächste Begegnung voraussichtlich im Herbst bei einem gemeinsamen Fest.
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