30 Jahre gelebter Dialog, gegenseitiger Respekt und ein friedliches Miteinander der Religionen.
Ein besonderer Anlass, der in Kamp-Lintfort mit einer Jubiläumsfeier gewürdigt wurde.
Zu Beginn begrüßten Marcus Bastek, Pastor der Friedenskirche und Vorsitzender des Theologenkreises, sowie sein Stellvertreter, Imam Mustafa Klanco von der bosnischen Gemeinde, die zahlreichen Gäste.
Gemeinsam blickten sie auf die Anfänge des Theologenkreises zurück. Als in den 1990er-Jahren Menschen aus dem damaligen Jugoslawien vor dem Krieg flohen und in Kamp-Lintfort Schutz und Hilfe suchten, entstand die Idee, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen. Vertreter der Religionsgemeinschaften, der Stadt Kamp-Lintfort und des Ausländerbeirates unter Ali Onat schlossen sich zusammen. Auch Herr Döring war seitens der Stadt an der Entstehung beteiligt.
Aus diesen Anfängen entwickelte sich eine besondere Gemeinschaft, die bis heute Bestand hat. Der Theologenkreis Kamp-Lintfort ist in unserer Region etwas Einzigartiges – vor allem durch sein mittlerweile 30-jähriges Bestehen und den kontinuierlichen interreligiösen Austausch. Viermal im Jahr kommen die Mitglieder des Theologenkreises zusammen, um sich auszutauschen, Hilfsmöglichkeiten zu besprechen und gemeinsam zu überlegen, wie das friedliche Zusammenleben in unserer Stadt gestärkt werden kann.
Im Rahmen der Feier erinnerte Imam Klanco auch an die Menschen, die den Theologenkreis über viele Jahre begleitet und geprägt haben. Namentlich würdigte er dabei auch unseren bereits verstorbenen Gemeindevorsteher Heinz-Dieter Mrotzek.
Da Ali Onat zurzeit noch in der Türkei weilt, wurde sein Grußwort durch den Vereinsvorsitzenden der DITIB-Gemeinde verlesen. Die stellvertretende Bürgermeisterin Ulli Plitt überbrachte die Glückwünsche und Grüße der Stadt Kamp-Lintfort.
Viele Gemeinden – ein gemeinsames Ganzes
Ein besonders schönes Zeichen der Verbundenheit war ein großes Puzzle. Jede beteiligte Gemeinde hatte dafür ein eigenes Puzzleteil gestaltet. Zusammengesetzt entstand daraus ein gemeinsames Bild – ein Sinnbild dafür, dass jeder seinen Platz hat und erst das Miteinander ein Ganzes entstehen lässt.
Das Puzzle sowie eine begleitende Ausstellung werden im Foyer des Kamp-Lintforter Rathauses zu sehen sein.
Auch die Musik kam an diesem Abend nicht zu kurz. Die „Rentnerband“ der evangelischen Kirche mit den Pastoren Roller, Rosarius und Mutmann sorgte für musikalische Unterhaltung. Ein neuer Imam der bosnischen Gemeinde berührte gemeinsam mit einem türkischen Musiker die Gäste mit einem gefühlvoll vorgetragenen Lied. Auch der Musiker selbst bereicherte das Programm mit weiteren Beiträgen.
Für das leibliche Wohl war ebenfalls bestens gesorgt. Vor allem aber blieb genügend Zeit für persönliche Begegnungen, gute Gespräche und einen lebendigen Austausch.
Auch unsere neuapostolische Gemeinde aus Kamp-Lintfort war gemeinsam mit unserem Gemeindevorsteher, Priester Dirk Dammers und den Geschwistern Mannek bei dieser besonderen Jubiläumsfeier vertreten.
Es war ein harmonischer Abend, der einmal mehr deutlich machte, wie wertvoll es ist, miteinander im Gespräch zu bleiben, einander zuzuhören und gemeinsam Verantwortung für ein friedliches Zusammenleben zu übernehmen.
Denn bei aller Unterschiedlichkeit verbindet uns ein gemeinsamer Wunsch: Frieden, Respekt und ein gutes Miteinander in unserer Stadt.
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